Hinse-Projekt: Spirituelle Vernetzung im Zeichen des Kreuzes

16.01.2018
Für 2018 ist planen die evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden im Raum Bad Brückenau ein künstlerisches Großprojekt. In Kirchen und Bildungshäusern sollen Lichtkreuze des Künstlers Ludger Hinse präsentiert werden. Ziel der Aktion ist eine spirituelle Vernetzung der Region, insbesondere zwischen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden.

 

Durch Zufall – oder besser durch Gottes Fügung – wurde der Pfarrgemeinderat der Pfarreiengemeinschaft Oberleichtersbach-Schondra auf den westfälischen Künstler Ludger Hinse aufmerksam. Bei der Suche nach einem passenden Symbol für das spirituelle Jahresmotto 2017 erinnerte sich Christa Schmäling an das Lichtsplitterkreuz von Hinse, das sie in Würzburg gesehen hatte. Um das Foto davon für die Pfarrei zu nutzen, nahm Pfarrer Armin Haas Kontakt mit dem Künstler auf. Dieser gab sofort die Rechte für das Bild frei und zeigte sich daneben auch bereit, bei Interesse ein größeres Kunstprojekt in der Region zu begleiten.

 

Aufbauend auf die gute Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Protestanten im Reformationsjahr 2017 nahm Pfarrer Armin Haas zeitnah Kontakt zu allen katholischen und evangelischen Gemeinden auf. Schnell kristallisierte sich heraus: Barbara Weichert, evangelische Pfarrerin von Zeitlofs und der evangelische Pfarrer von Bad Brückenau waren Feuer und Flamme für das spirituelle Kunstprojekt.

 

Am 23.10 gab es in Oberleichtersbach ein erstes Treffen mit Ludger Hinse, wo er seine künsterische Arbeit vorstellte. Die Lichtkreuze, so Hinse, seien aus verschiedenfarbigem Plexiglas gefertigt. Sie würden u.a. in Kirchen frei im Raum aufgehängt und könnten sich bewegen. Angestrahlt durch die Sonne oder Lichtstrahler erzeugen die Lichtkreuze eine ganz besondere Atmosphäre in den Kirchen. 2016 hatte Hinse seine Lichtkreuze bereits in Würzburger Kirchen installiert. Dazu schreibt er: „Das Kreuz, Symbol für Tod und Trauer, für Leid und Elend, wird zerbrochen, durchbrochen von dem hellen, lichten, reinen Kreuz des unbesiegbaren Lebens. Das Lichtkreuz stellt uns vor Augen, dass der Tod für Gott keine Macht ist, die das Leben vernichten kann. Wir brauchen den Glauben an das Unglaubliche, damit Veränderung noch möglich ist.“

 

Die Kosten für das Kunstprojekt belaufen sich auf 8000,00 – 10000,00 € allein für Transport und Installation der Kunstwerke in den Kirchen. Hinse selbst verlangt für seine Arbeit kein Honorar. Ihm gehe es vielmehr darum, durch seine Kunst das religiöse Bewusstsein der Menschen neu zu entzünden. Deshalb erwarte er aber von den Kirchengemeinden, dass sie die Kunstausstellung aktiv mit Aktionen begleiten. Angedacht sind Kirchenführungen, Konzerte, Meditationen oder eine Wallfahrt zu den einzelnen Kirchen mit ihren Lichtkreuzen. Auch für Kinder und Jugendliche sind Aktionen geplant in Zusammenarbeit mit den Schulen und der kirchlichen Jugendarbeit.

 

Um viele andere Kirchengemeinden mit ins Boot zu holen, veröffentlichten die Pfarrer Haas, Kirchner und Pfarrerin Weichert Mitte Dezember einen Aufruf an die Gemeinden in der Region. Dabei ermuntern sie die Pfarrgemeinden und kirchlichen Organisationen den Schwung der ökumenischen Bewegung, der im Reformationsjahr spürbar wurde, aufzugreifen und mit dem Lichtkreuz-Projekt weiter anzutreiben: „Wir sind dazu da, die gute Nachricht an die Leute zu bringen“, schreiben sie in ihrem Brandbrief an die Gemeinden. Was sei da besser geeignet als sichtbare Kreuze in unseren Kirche, die warmes Licht verbreiten. Und sie zitieren Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der EKD, die sagt: „Überall dort, wo Kirche in neuen Formaten an neuen und überraschenden Orten und mit vielfältigen Kooperationspartnern in der Öffentlichkeit mit ihren Inhalten präsent war, gelang es Menschen anzusprechen, denen wir sonst eher selten begegnen.“ Kunst könne zum Medium spiritueller Erfahrung werden, so die Überzeugung der Kirchenmänner und -frauen.

 

Mittlerweile hat sich einiges getan. Die Finanzierung steht: Das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt in München, das Bistum Würzburg sowie zahlreiche Firmen und Privatpersonen ist das „Lichtkreuze-Projekt“ etwas wert. Weitere Gemeinden aus der Region sind bereit, das Projekt mitzutragen. So sind das Bildungshaus und die Wallfahrtskirche Volkersberg, die evangelische Kirchen (Stadt und Staatsbad) in Bad Brückenau, die evangelische Kirche in Zeitlofs, sowie die katholischen Kirchen in Schondra, Oberleichtersbach und Riedenberg als Ausstellungsorte für die Kunstwerke vorgesehen. Weitere sollen folgen. Als Termin für das spirituelle Kunstprojekt wurde der Zeitraum vom 14.9.(Fest Kreuzerhöhung) bis zum 31.10.2018 (Reformationstag) festgelegt. Bischof em. Friedhelm Hoffmann hat einen Vortrag für Anfang Oktober zugesagt und wird beim Ökumenischen Abschlussgottesdienst am 31.10.2018 in der Brückenauer Stadtpfarrkirche dabei sein.

 

Am Ende ihres Briefes beschreiben Armin Haas, Gerd Kirchner und Barbara Weichert ihre Vision dieser PR-Aktion für die Kirchen: „Wir als Initiativgruppe für dieses Projekt haben das Ziel, die Region spirituell miteinander zu vernetzen. Das heißt auch, einen Anreiz zu schaffen, nicht nur die eigene Kirche mal wieder zu besuchen, sondern auch all die anderen Kirchen in der Region kennen zu lernen. Und da möchten wir gerne Euch alle dabei haben!“

 

Informationen und Veranstaltungshinweise:

Bezeichnung des Projektes:

Ökumenische Veranstaltungsreihe mit Ausstellung von Kunstwerken (insbesondere Lichtkreuzen) von Ludger Hinse in Kirchen und anderen Orten der Region Bad Brückenau.

 

Zeitraum:

14.9.2018 (Kreuzerhöhung) bis zum 31.10.2018 (Reformationstag)

 

Nächstes Informationstreffen zum Projekt für alle Interessierten am Mittwoch 31.1.2018 um 19.30 Uhr im Pfarrheim Oberleichtersbach (re neben der Kirche).

 

Koordinationstreffen mit Künstler Ludger Hinse am 7.2.2018 um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus der Friedenskirche in Bad Brückenau.

 

 

 

Fotoserien zu der Meldung


Lichtkreuze von Ludger Hinse (16.01.2018)