Priesterberufung mit brennendem Herzen

09.05.2016
Diakon Dr. Philipp Tropf wird am Pfingstsamstag in Würzburg durch Bischof Dr. Friedhelm Hofmann zum Priester geweiht.

 

Seit September 2014 lebt und arbeitet Dr. Philipp Tropf als Pastoralpraktikant und später als Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Oberleichtersbach-Schondra. Zusammen mit seinem Mentor Pfarrer Armin Haas lernt er die pastorale Arbeit in den Dörfern rund um Schondra und Oberleichtersbach kennen. Auch von Pfarrer i. R. Gerd Götz aus Oberleichtersbach, für den er große Wertschätzung empfindet, kann er viel lernen. Bei Gottesdiensten, im Religionsunterricht, bei Krankenbesuchen oder in der Gremienarbeit beim Pfarrgemeinderat sucht er den Kontakt zu den Rhönern vor Ort. So ist er vielen Menschen in den letzten Monaten ans Herz gewachsen.

Wer Philipp Tropf nach seiner Entscheidung zum Priesterberuf fragt, der erfährt von einer bewegten Berufungsgeschichte mit Höhen und Tiefen. Geboren in Albstadt bei Alzenau im Landkreis Aschaffenburg verliebte sich Philipp Tropf schon in der Schule in die Schauspielerei. Mit 20 Jahren absolviert er eine Ausbildung zur Theaterwissenschaft, Theatergeschichte und Darstellenden Kunst an der Schauspielschule in Wiesbaden. „Die Frage nach einer Priesterberufung hatte mich schon in meiner Schulzeit begleitet. Diese Frage brach mit 24 Jahren noch einmal neu auf“, erklärt Philipp Tropf. 2002 beginnt er sein Studium der Theologie im Zisterzienserkloster Heiligenkreuz in der Nähe von Wien und absolviert das Vordiplom. Alles scheint nach Plan zu laufen. Ein Schicksalsschlag reißt ihn völlig aus der Bahn: „Der plötzliche Tod meines Vaters hat bis heute eine tiefe Narbe in meinem Herzen hinterlassen. Ich habe einige Monate Zeit gebraucht, um gestärkt weiter zu machen!“

Sein Studium beendet er nach einem Sabbatjahr erfolgreich in Salzburg und promoviert im Fach Kirchengeschichte zum Doktor der Theologie. Der Weg führt ihn aber noch nicht ins Priesterseminar. Zunächst gründet er eine eine Gesellschaft zur Unternehmensberatung. Vier Jahre lang arbeitet er in Aschaffenburg und in der Schweiz mit teilweise 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Viel Arbeit, viel Stress - ich war nur noch unterwegs, hatte kaum mehr Zeit für mich“, berichtet Dr. Philipp Tropf über diese Zeit. 2012 zieht er die Notbremse, steigt aus der Unternehmertätigkeit aus.

Gottes Ruf zieht ihn zurück nach Würzburg in die pastorale Ausbildung. Nach einem mehrmonatigen Pflegepraktikum in der ambulanten Krankenpflege und einem Praktikum in der Pfarreiengemeinschaft in der Würzburger Zellerau beginnt er seine pastorale Ausbildung 2014 im Würzburger Priesterseminar. „Bei all den verschiedenen Tätigkeiten, Berufen und Einsatzorten gab es für mich keine Unterbrechung im Glaubensleben“, bekennt Philipp Tropf. „Ich bin davon überzeugt, dass Gott mich diesen Weg geführt hat, den ich letztlich gegangen bin.“

Die Weihe zum Priester am 14. Mai ist für Philipp Tropf ein bedeutsamer Meilenstein auf seinem Glaubensweg. „Mein Leben als Seelsorger orientiert sich an meinem Vorbild und Namensvetter Philipp Neri“, bekennt Diakon Dr. Tropf. „Philipp Neri hatte ein brennendes Herz für Gott und die Menschen und hat mit gesundem Humor und großer Nächstenliebe seinen Weg in der Kirche gefunden.“ Er hatte – wie Philipp Tropf – Freude am Theaterspiel, hat sich für Arme und Kranke eingesetzt und war besonders für die Aus- und Weiterbildung der Kinder und Jugendlichen da. „Philipp Neri beschreibt seine Berufung am Pfingstfest im Jahre 1544 als ein brennendes Herz, das ihm von Gott geschenkt wird. Diese Initialzündung gibt ihm Kraft für seinen Dienst mit und für die Menschen“, erklärt Dr. Philipp Tropf. Und lächelnd fügt er hinzu: „Dieses Brennen für die Sache Jesu, ein unbedingter Einsatz für die Menschen und eine gute Prise Humor sind für mich ein gutes Vorbild für meine Arbeit als Priester im Bistum Würzburg!“

 

Info:
Am Samstag, den 14. Mai 2016 wir Bischof Dr. Friedhelm Hofmann die Diakone Fr. Martin König CssR und Dr. Philipp Tropf zu Priestern weihen. Die Weiheliturgie beginnt um 9.30 Uhr im Dom zu Würzburg. Die Pfarreiengemeinschaft Oberleichtersbach-Schondra bietet einen Bus nach Würzburg an. Wer mitfahren möchte, melde sich bitte im Pfarrbüro Schondra unter 09747-242.
Der Neupriester lädt herzlich zu den Nachprimizen mit Primizsegen ein: Am 21.5.2016 um 18 Uhr in die Oberleichtersbacher Pfarrkirche St. Peter und Paul und am 22.5.2016 um 10 Uhr in die Schondraer St. Anna Pfarrkirche.

 

 

Foto: Dr. Philipp Tropf wirkt seit Monaten als Pastoralpraktikant und Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Oberleichtersbach-Schondra. Am Samstag wird er von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann zum Priester geweiht.