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Der Johannesverein St. Anna stellt sich vor

19.04.2022

Der Johannesverein St. Anna Schondra

 

Wer mit der KiTa in Schondra zu tun hat, kennt den Johannesverein St. Anna. Als Trägerverein der Kindertagesstätte St. Anna ist er erster Ansprechpartner für Eltern, die ihre Kinder für eine Betreuung in der Krippe, im Kindergarten oder im Hort anmelden.

 

Eine Einrichtung für Kinderbetreuung gibt es Schondra bereits ab dem Jahre 1923. Oberzeller Franziskanerinnen hatten auf Wunsch von Pfarrer Ferdinand Friedel mit Unterstützung des Gemeinderates eine Mietwohnung auf dem Grundstück der Familie Wickermann (Marktstr. 1) angemietet. Dort sorgten sich ab dem 25.6.1923 zwei bis drei Ordensschwestern in der „Kinderbewahranstalt“ um die Schondraer Kinder; daneben waren die Franziskanerinnen als Krankenschwestern in der ambulanten Pflege tätig. Schon damals gab es einen Johannesverein als losen Zusammenschluss engagierter Bürger unter Leitung des damaligen Pfarrers Ferdinand Friedel.

 

Unter Pfarrer Richard Höfling wurde 1931 der Johannesverein als eingetragener Verein gegründet. Ziel des Vereins sollte die Sicherstellung der Kinderbetreuung in der Marktgemeinde Schondra sein. In der Chronik des Marktes Schondra heißt es: „Der Vereinsbeitrag betrug pro Monat 60 Pfennig. Für jedes Kind mussten zusätzlich pro Woche 10 Pfennig bezahlt werden; bedürftige Eltern bekamen Nachlass oder Beitragsfreiheit. Die Gemeinde zahlte 90 Mark Miete. Die Besuchszeit der Kinder dauerte von 7 bis 11 Uhr und von 12 bis 16 Uhr. Als Beitrag zur Haus-Krankenpflege lieferten die Leute Lebensmittel und Holz an die Anstalt.“[1]

 

Unter Leitung von Pfarrer Höfling startete der Johannesverein mit den Planungen für ein Schwesternhaus mit Kinderbetreuung auf dem Grundstück neben dem Hof der Familie Büchner (Marktstr. 3). Eigentlich wollte der damalige Ortsgruppenleiter der NSDAP an dieser Stelle einen Versammlungsort für seine Partei errichten. Der Johannesverein konnte sich aber mit Unterstützung von Pfarrer Höfling, Bürgermeister Karl Jörg und Grundbesitzer Büchner durchsetzen. 1932 war Grundsteinlegung in der Marktstr. 5; am 24.9.1933 wurde das Schwesternhaus eingeweiht.

 

Durch das Anwachsen der Bevölkerung in Schondra wurde der Kindergarten im Schwesternhaus schnell zu klein. Unter Pfarrer Karl Stenger plante der Johannesverein zusammen mit Bürgermeister Franz Jörg den Bau eines neuen Kindergartens in der Schulstraße. Am 22.6.1975 wurde der neue Kindergarten eingeweiht. Die Betreuung der Kinder wurde ab jetzt von staatlich geprüften Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen übernommen. Die Kosten von 700.000 DM wurden zu je einem Drittel vom Land Bayern, der Marktgemeinde Schondra und dem Johannesverein übernommen. Jährliche Kindergartenfeste mit Unterstützung der ortsansässigen Verein halfen dem Johannesverein bei der Finanzierung. Im Jahr 1994 musste der Kindergarten um ein Stockwerk erweitert werden, da die Zahl der zu betreuenden Kinder weiter zugenommen hatte.

 

Über Jahrzehnte waren die orstansässigen Pfarrer satzungsgemäß auch die Vorsitzenden des Johannesvereins gewesen. 2003 wurde als erster Vorsitzender Volker Hägerich gewählt, der Ortspfarrer hatte weiterhin Sitz und Stimme im Vorstand. Langjährige verdiente Mitglieder aus der jüngeren Geschichte des Vorstandes waren Alois Markert (36 Jahre Kassierer), Volker Hägerich (13 Jahre 2. bzw. 1. Vorsitzender) , Isolde Hägerich (8 Jahre Kassiererin), Winfried Schmitt (8 Jahre Schriftführer), Isolde Raab (12 Jahre Schriftführerin/2. Vorstandschaft), Oswald Türbl (12 Jahre Schriftführer), Carola Martin (6 Jahre 2. Vorstand) und Reinhard Müller (12 Jahre Geschäftsführer).

 

In den 80er Jahren konnten der Ortspfarrer zusammen mit dem Vorstand die Leitung des Kindergartens in drei bis vier Vorstandssitzungen pro Jahr verwalten. Heute ist die  Trägerschaft einer Kindertagesstätteneinrichtung mit Krippe, Kindergarten und Hort eher mit der Leitung eines kleinen Betriebes zu vergleichen. Seit 2007 hat die Bayerische Landesregierung das BayKiBiG (Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz) verabschiedet, durch das massiver Verwaltungsaufwand auf die freien Träger von Kindertageseinrichtungen zukam. Während in den letzten Jahren die Verwaltungsaufgaben noch durch ehrenamtlich tätige Kassierer (wie z.B. Reinhard Müller von 2007 - 2019) möglich war, sind heute Verwaltungsfachkräfte notwendig. Die Johannesvereine in Schondra und Oberleichtersbach haben deshalb gemeinsam eine Verwaltungsmitarbeiterin eingestellt, die die laufenden Geschäfte (Buchungszeiten der Eltern, Förderungen, Antragsverfahren usw.) organisiert und überwacht.

 

Im Jahr 2022 steht der Vorstand des Johannesvereins St. Anna vor immer neuen Herausforderungen. Nachdem die Generalsanierung des KiTa-Gebäudes den Vorständen in Schondra und auch in Oberleichtersbach viel Kraft und Zeit abverlangt hatte, beschäftigt seit zwei Jahren die Corona-Pandemie die Arbeit der Johannesvereine. Daneben treten immer wieder aktuelle Fragestellungen und Probleme zur Sicherstellung der Kinderbetreuung auf: Altgediente Erzieherinnen gehen in den wohlverdienten Ruhestand - neue pädagogische Fachkräfte müssen gewonnen werden! Und in der Faschingswoche musste zeitnah eine Notbetreuung organisiert und dann die KiTa ganz geschlossen werden - wegen einer Corona-Pandemie in der KiTa!

 

Mit über 600 Kindertagesstätten im Bistum Würzburg sind die Johannesvereine als kirchliche Träger die wichtigste Stütze der Kinderbetreuung in Unterfranken! Der Johannesverein St. Anna Schondra ist eingebunden in den Kreiscaritasverband Bad Kissingen und in den Diözesan-Caritas-Verband Würzburg. Von dort erhalten die Vorstände fachlichen Rat bei organisatorischen und arbeitsrechtlichen Fragen.

 

Das Motto der Caritas lautet: Not sehen und handeln! Gemäß diesem Motto haben vor 100 Jahren engagierte Ordensschwestern die Bedürfnisse von Vorschulkindern erkannt und gehandelt. Vor 90 Jahren wurde der Johannesverein St. Anna als Träger der Kinderbetreuung in Schondra gegründet. Dank gilt an dieser Stelle der herausragenden Leistung der Erzieherinnen und  Kinderpflegerinnen unter Leitung von Erzieher Franziskus Gerr. Organisiert und verwaltet wird diese pädagogische Arbeit durch engagierte Bürgerinnen und Bürger unserer Marktgemeinde im Johannesverein St. Anna.  Sie sorgen dafür, dass unsere Kleinkinder weiterhin professionell gefördert und betreut werden. Gott sei Dank!

 

 

 

 

 

[1]Markt Schondra: Der Markt Schondra und seine Geschichte. Zeitlofs 1987. S. 186

 

Bild zur Meldung: v. re nach links: Diakon Horst Conze (Beauftragter des Pfarrers), Nadine Leitsch (Zweite Vorsitzende), Marcus Markert (Erster Vorsitzender), Melanie Köth (Kassiererin), Nadine Kirchner (Schriftführerin)