Dorfgemeinschaft Schönderling

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Dirk Schaab geht freiwillig zu "Dracula"

(29.02.2016)

Auch heuer wieder ließ es sich das Rote Kreuz nicht nehmen und hat viele Blutspender im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Rote-Kreuz-Haus in Bad Brückenau geehrt.

Darunter war auch Dirk Schaab aus Schönderling. Der 43-Jährige Familienvater hat sage und schreibe schon 75 Mal Blut gespendet.
Er war der jüngste Spender in seiner Kategorie.
"Ich gehe immer", sagt er bescheiden, er hat die Blutgruppe 0 positiv und die ist bekanntermaßen beliebtes Spenderblut.
Der Pieks macht ihm nichts aus, die Ehrung hat ihn gefreut, die Urkunde bekommt einen angemessenen Platz.
Die zweite Bürgermeisterin Beatrix Lieb freute sich über das Ehrenamt ihres Gemeinderatskollegen und gehörte zu den ersten Gratulanten beim Ehrungsabend. 

Foto zur Meldung: Dirk Schaab geht freiwillig zu "Dracula"
Foto: Die zweite Bürgermeisterin Beatrix Lieb zusammen mit Blutspender Dirk Schaab

Schönderlinger Friedhof in neuem Glanz

(02.07.2015)

Den Gedanken hatte Heinz Spahn schon seit zwei Jahren. Vor etwa einem halben Jahr ging er damit zu Bürgermeister Bernold Martin.Und nun ist alles - scheinbar Hokuspokus - schon umgesetzt. Aber eben nur scheinbar. Vier Wochen harter Arbeit waren nötig - von Hokuspokus keine Spur.

Was war das für ein Gedanke? "Mir gefiel nicht, wie im Schönderlinger Friedhof die Rabatten rund um die Gräber aussahen", sie hatten sich gesenkt, waren "krumm" geworden im Laufe der Zeit. Heinz Spahn ist Fachmann, hat dafür einen Blick wie so schnell kein Zweiter.

"Ich habe 49 Jahre auf dem Bau gearbeitet", da gibt es praktisch nichts, was er nicht kann, was er nicht schon ausprobiert und gemacht hat: "Ich dachte mir, sobald das Wetter mitspielt, würde ich das im Friedhof in Angriff nehmen!"

Bürgermeister Martin war zunächst sprachlos: "Das ist eine Situation, von der man als Bürgermeister nur träumen kann!" Spahns Vorschlag war einfach: "Die Gemeinde

stellt das Material, ich mache die Arbeit!" Gesagt, getan. Vier Wochen verbrachte der sechsfache Großvater jeden Werktag auf dem Friedhof.

"Ich war skeptisch", gesteht die Zweite Bürgermeisterin Beatrix Lieb aus Schönderling: "Als ich zum ersten Mal auf dem Friedhof war und diese riesige Baustelle gesehen habe", hatte sie schwere Zweifel, ob sich das so durchziehen ließe. Doch es ließ sich. Mit Sinn und Verstand für folgerichtige Abläufe, mit Sachverstand, Disziplin und Präzision begann Spahn, die alten Rabatten auszuheben, neue zu versetzen. Er setzte Randsteine um die Bepflanzung und kam auf die Idee, eine zweite Wasserstelle zu schaffen: "Damit die Grabbesitzer im hinteren Teil des Friedhofs das Wasser nicht so weit schleppen müssen!"

"Mein erster Gedanke war, dass das doch viel zu aufwändig ist", erinnert sich die Zweite Bürgermeisterin lächelnd. Zwei Tage später kam sie wieder zur Schönderlinger "Großbaustelle": "Da war schon alles fertig", blickte sie ungläubig auf die neu geschaffene Wasserstelle - beinahe unnötig zu erwähnen, dass diese zusätzlich fachmännisch mit Pflaster umrandet worden war.

"Natürlich konnte ich das nur schaffen, weil ich fleißige Helfer hatte", möchte Heinz Spahn sein Engagement eigentlich gar nicht so gewürdigt haben. In der Tat - neben seinen beiden Söhnen Holger und Jochen, die beide auch vom Fach sind, halfen ihm etliche Rentner aus Schönderling bei seinem Vorhaben: "Mit Hugo Karges, Herbert Schuhmann und Hilbert Heilmann hatte ich Fachleute an meiner Seite!" Aber auch "Ungelernte" kamen und halfen, so zum Beispiel der 14-jährige Kilian Schaab: "Mir hat diese Arbeit Spaß gemacht, es war mal was anderes als Schule!" Auch einige andere nahmen sich hin und wieder ein paar Stunden Zeit, um auf "dem Bau" zu helfen oder spendierten eine Brotzeit oder brachten Kaffee und Kuchen. So kamen am Ende rund 500 ehrenamtliche Stunden zusammen.

Und dann kam das "Finale". Der alte Schotterweg wurde durch einen neuen Belag ersetzt. Vereinfacht gesagt, ist es eine Sandoberfläche, die durch Walzen so verdichtet wird, dass sie fest und strapazierfähig ist.

Nun musste der Friedhof 14 Tage lang ruhen: "Während dieser Zeit darf der neue Belag nicht befahren werden", nur drauf Laufen war erlaubt. Am Samstag vor Pfingsten war es dann endlich soweit: die Grabbesitzer bepflanzten die Gräber neu, die durch die Baumaßnahme natürlich etwas in Mitleidenschaft gezogen wurden. Am Pfingstfest erstrahlte der Friedhof in neuem Gewand, Berthold Morber montierte an der Leichenhalle noch einen Griff auf Höhe der zwei Treppenstufen, damit sich vor allem ältere Menschen im Trauerfall beim Weihwasser-Geben festhalten können.

Einzig die drei Bäume in der Mitte des Friedhofs machen noch etwas Kopfzerbrechen. Mit ihren großen Wurzeln zerstören sie Rabatten und Pflaster. "Wir werden dafür auch noch eine Lösung finden", will sich Beatrix Lieb diesbezüglich mit den Vereinsvorständen und dem Gemeinderat besprechen: "Vielleicht können wir sie durch Buchsbäumchen ersetzen."

Bürgermeister Bernold Martin und seine Frau Carola luden nun alle Helfer zu einem Dankeschön-Fest ein: "Das war nicht nur eine tolle Leistung, es hat auch die Gemeinde finanziell entlastet!" galt sein Dank dem großen ehrenamtlichen Engagement einiger Schönderlinger. Mindestens 17.000 Euro habe sich die Gemeinde dadurch gespart.

Naja, und wie das mit Heinz Spahn und seinen Gedanken so ist: er hat noch einen, was den Vorplatz des Friedhofs betrifft. Da will er auch noch eine Kleinigkeit verbessern. Und diesmal hat die Zweite Bürgermeisterin keine Zweifel: "Das wird!" sagt sie. Und: "Der Friedhof ist ja auch äußeres Zeichen der inneren Einstellung, wie eine Dorfgemeinschaft ihrer Toten gedenkt, er ist Treffpunkt für Hinterbliebene, ist Ort der Begegnung und wird besonders in letzter Zeit auch gerne von Fremden besucht!"

Beatrix Lieb

 

Foto zur Meldung: Schönderlinger Friedhof in neuem Glanz
Foto: Die fleißige Helfer auf dem Schönderlinger Friedhof